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Flatterball ist der Blog für Fußballgeschichten mit dem wöchentlichen & zurecht fast weltberühmten Podcast.

Podcast #62 — Richtung Zielgerade

Es poltert und rumpelt auf den Plätzen Europas, wo sich das Saisonende so langsam am Horizont abzeichnet.

Geschrieben von Die Redaktion am 19.03.2012 um 20:35 Uhr
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Die einen sehen den Silberschimmer der Hoffnung — die früh abgeschriebenen Augsburger etwa, die mit einigem Recht auf den Klassenerhalt hoffen dürfen.
Die andere sehen einen ganz anderen Silberschimmer — nämlich den von silbrig leuchtenden Trophäen. Hannover und Schalke träumen vom ganz großen europäischen Coup, die Bayern träumen vom Siegeszug in allen Wettbewerben, Chelseas Machoabteilung träumt vom letzten großen Streich in der Champions League.
Während aber manche am Horizont gar einen DFB-Pokal-goldenen Glanz erspähen, hoffen andere, dass die schwarzen Sturmwolken an ihnen vorbei ziehen, dass Abstiegsgespenster bloß Gespenter bleiben und der drohende Alptraum sich am Schluss bloß als unruhiger Schlag entpuppt: der Bundesligadino aus Hamburg, zum Beispiel, oder die Lauterer, oder die Kölner, oder die Alte Dame unter dem Alten Herren in Berlin.
Derweil freut sich die Redaktion über so viel Aufregung auf dem Platz und die Dominanz der Bier- und Wurstkultur im Kuriositätenkabinett und bereit sich innerlich auf die kommenden englischen Wochen vor. Und ein bißchen über Italien und Spanien gibt’s auch noch.


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6 Kommentare für diesen Artikel

  1. Jean-Luc sagt:

    Sehr schön. Sehr viel Spaß.

    Kleine Anmerkung: Ich hatte das Didi-Hamann-Interview so gelesen, dass die Mannschaft gar nicht beabsichtigt hatte, Trap reinzulegen, sondern eben jener nicht namentlich genannte Spieler ihm das falsche Wort in den Mund gelegt hat (es wird noch nicht mal klar, ob eventuell unabsichtlich, da der Spieler offenbar Ausländer war).

    Im Übrigen, weil ihr ja den französischen Pokal nicht schauen wollt(et): Die Niederlage von Marseille gegen einen Drittligisten ist natürlich eine wunderschöne Anekdote, von der die meisten deutschen Medien aber nur die Hälfte erzählen: Drittligist US Quevilly (aktuell: 16. Platz, seit 20. Dezember kein Spiel mehr gewonnen, Stadiongröße 2500 Plätze) ist in Frankreich der Inbegriff des Amateur-Clubs. Die Normannen waren noch nie in einer Profi-Liga, haben nur immer wieder mal bei Jugend- und Amateur-Pokalen für Aufsehen gesorgt. Besonders nett: 1927 standen sie schon mal gegen Marseille im Pokal. Und zwar damals im Finale (das sie aber sang- und klanglos mit 0:3 verloren). Jetzt also die Revanche… 95 Jahre später. Dagegen wirkt die Bundesliga freilich wie ein junger Hüpfer.

    Ich weiß nicht, ob ihr Französisch könnt, aber es gibt hier einen aus heutiger Sicht sehr amüsanten Offenen Brief an den damaligen Französischen Präsidenten zum Pokalfinale 1927.

    http://uneautrehistoiredufoot.blogs.lequipe.fr/2012/03/20/om-quevilly-gaston-doumergue-nungesser-et-coli/

    Weil zum ersten Mal überhaupt ein Präsident ein Fußballpokalfinale anschaute, fühlte man sich offenbar bemüßigt, ihm mitzuteilen, dass ein fachkundiger Vertreter des Sports neben ihm sitzen werde, um ihm bei Fragen zum Fußball zu helfen, dass er außerdem vorher allen 22 Spielern die Hände zu schütteln habe (Zitat: “Wie es der englisch König übrigens mehrmals im Jahr macht.”) und ihm dann mitzuteilen, dass er gerne mal wieder kommen könne, es gebe übrigens auch noch andere interessante Sportarten, wie Rugby (Zitat: “Sie werden den Unterschied schnell sehen.”)

    Wie man sieht: Auch die Franzosen müssen bisweilen über seltsame englische Sitten (“Fußballern die Hände schütteln”, “Pint-Trinken”) aufgeklärt werden.


  2. Ohlala. Schöne Geschichte, die du da ausgegraben hast. Ist direkt für eines der auf der neuen Seite geplanten Features notiert. Das Redaktionsfranzösisch hat sich seit dem ersten Panaché während des Austauschs in der achten Klasse leider nicht mehr groß weiter entwickelt, aber mit Mühe und Wörterbuch nehmen wir es auch mit dieser Quelle auf.
    Daß sich die Franzosen was von den Engländern abschauen ist aber eher nicht die Regel, oder?


  3. Jean-Luc sagt:

    Nicht so wirklich, nein.

    Allerdings muss man den Franzosen zugute halten, dass sie im Gegensatz zu diversen anderen Völkern nicht behaupten, den Fußball erfunden zu haben oder “eigentlich” erfunden zu haben oder ihn eigentlich erfunden haben hätten müssen. Als Joe Cole als erster Engländer seit manweißnichtmehrgenau nach Lille kam, war die Euphorie auch groß. Und er spielt ja bislang da auch gar nicht schlecht.


  4. Ich fand auch erstaunlich wie enthusiastisch Cole in Frankreich begrüßt wurde. Ich fand aber auch den ganzen Transfer sehr erstaunlich. So wie ich das – aus der englischen Presse – mitbekommen habe spielt er tatsächlich ne ganz ordentliche Saison. Aber wohl im Schatten von Hazard, was?

    Bezüglich der Geschichte mit Sir Richards auf die du oben anspielst, hat sich übrigens jetzt Michel Platini zu Wort gemeldet und gesagt, daß er immer noch auf die von Richards angekündigte Entschuldigungsemail wartet. Scheint ein ziemlich eigenwilliger englischer Ritter zu sein, der da durch die Welt reitet.


  5. Jean-Luc sagt:

    Naja, seien wir ehrlich, die Geschwindigkeit in Frankreichs Liga ist natürlich etwas langsamer, als in der Premier League, insofern vielleicht gar kein so schlechtes Pflaster für einen Spieler wie Cole. Er spielt solide, teilweise sehr gut, auch mal dürftig, und von der Bedeutung für die Mannschaft würde ich ihn sogar in den Schatten von noch so einigen stellen, schließlich war Lille (verdient) Double-Gewinner, aber Cole ist halt aufgrund seiner Nationalität und seiner bisherigen Erfolge ein Exot mit entsprechender Aufmerksamkeit.

    Passenderweise hat er am Samstag dem “L’Equipe Magazine” ein großes Interview gegeben, von den Franzosen übertitelt mit “Der Engländer, der Ligue 1 liebt”. Der Titel sagt ja schon einiges. In dem Interview gibt er unter anderem kund, dass er jetzt sogar schon Froschschenkel esse, Kaffee trinke, und sich demnächst eine Dogge anschaffen will (das Wappentier von Lille OSC).

    Allerdings gibts auch ein paar ganz interessante Aussagen. Unter anderem philosophiert über die “kontinentale Kultur” des Ballbesitzes, und eine modernere (=offensivere) Rolle der Abwehrspieler. Wobei ich nicht ganz weiß, ob er den englischen Fußball da nicht etwas zu holzschnittartig sieht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass er sich in Lille mit seinem Stil offenbar deutlich wohler fühlt. Im Gegenzug hat er der Mannschaft von Lorient attestiert, dass sie einen schnellen, direkten Fußball spielt, und er sich beim Auswärtsspiel “wie in England” gefühlt habe (was dann wohl doch ein Kompliment sein sollte).

    Witzigster Punkt für mich: Was Cole in Frankreich vermisst, sagt er, sei unter anderem das Fehlen von Musik als Aufputschmittel in der Kabine, vor dem Anstoß. Die “L’Equipe” hat daraufhin Lilles Trainer gefragt, und der hat erklärt: Ohja, doch, doch man habe das mal versucht. Aber hat nicht geklappt: Die Spieler hätten sich nicht auf eine Musikrichtung einigen können. ;)


  6. Randnotiz sagt:

    Jean-Luc scheint doch einen ganz passabler Frankreich- Korrespondent für die neue Flatterballseite zu sein ;)

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