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Flatterball ist der Blog für Fußballgeschichten mit dem wöchentlichen & zurecht fast weltberühmten Podcast.
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1. Abteilung auf’s Maul: das Robberysche Veilchen.

Der Mann mit Ego wird zum Mann mit Veilchen. Arjen Robben, Ribéry-Opfer

Als hätten es die Bayern es nicht schon schwer genug, jetzt, wo das schwarzgelbe Fußballdeutschland sie zum alten Bundesligaeisen sortiert. Als wäre der gute Herr Robben nicht genug am Ego geziept geworden. Jetzt haben’s auch noch die Co-Stars auf ihn abgesehen. So scheinbar geschehen in der Halbzeit vom Halbfinalhinspiel gegen Real.
Robbens Ego war nach dem Spiel gegen Dortmund bereits heftig ramponiert, nach dem folgenden Spiel gegen Mainz sagte der Temperaturmesser irgendwas Richtung Gefrierpunkt. Beim Sieg gegen Real dann bloß Statist, dazu die Gemeinheit vom anderen Weltstar auf dem Flügel des Bayernsturms, das Führungstor zu schießen. Harte Zeiten für das größte Bayern-Ego seit Olli Kahn.

Und jetzt die Krönung: besagter anderer Weltstar knallt ihm eine vor den Latz. Nicht metaphorisch. Ganz wörtlich. Franck Ribéry soll einem Bericht der Investigativklitsche BILD zufolge (Achtung: Link führt in qualitätsfeindliches Terrain) dem armen Arjen eine gewemmst haben. So in echt, ganz humorlos, in die Fresse, mit Vollgas auf’s Maul, so wie früher. Früher, das war, als Männer noch Männer waren, Lagerfeuer noch Lagerfeuer, Künstler auf der rechten Angriffsseite noch ungestörte Künstler.

Der Sportarm der BILD „enthüllte“ Ribérys Traditionsbewusstsein am vergangenen Donnerstag auf der Basis von brandneuheißexklusiven „Informationen“, nach denen der Franzose in der Halbzeit des Real-Hinspiels „erst mit Worten, dann mit Fäusten auf seinen holländischen Kollegen losgegangen sein soll. Bilder nach dem Schlusspfiff“, folgert die BILD den Beweis beweisend mit charakteristischer Messerschärfe, „zeigen eine Blessur unter Robbens rechtem Auge.“ Und für die besonders kritischen, die, die immer bloß kritteln und meckern und nix glauben wollen, schießt die Bild das erschlagende Argument noch nach: Ribéry „stapfte wütend in die Kabine.“ Na dann. Have no fear, BILD is here. Zurücklehnen und auf’s Rückspiel freuen.

2. Abteilung Seriensieger: Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund


Der erste Boulevard steht (fast) ganz im Zeichen des Rückspiel des Bayern. Fast, wegen Punkt 7 (s.u.). Fast auch, weil sich ein hartnäckiger schwarzgelber Schatten über der roten europäischen Euphorie hält.
Nach dem zweiten 1:0 des BVB gegen die Bayern vor 2 Wochen war die Frage nach dem Meister keine Frage mehr. Mit dem Auftrumpfen der Bayern gegen Real Madrid und dem Rückspiel am Mittwoch (wir tickern), beginnt sich eine zweite Frage aufzudrängen. Nein, eigentlich sind es zwei Fragen. Nummer 1, bisher mehr ein Tuscheln als eine Frage: Sind die Bayern ein regelmäßiger europäischer Titelkandidat? Das Zweite Finale in 3 Jahren? Und wenn ja, dann Nummer 2: wie gut sind dann die Dortmunder? Ist das Seriensiegerpotenzial? Wie weiland Borussia Mönchengladbach, Netzer und Vogts und Bonhoff und so? Kommt die neuen Nummer 1 des deutschen Fußballs aus dem Ruhrgebiet statt aus München? Trägt sie schwarzgelb statt rot?
Fragen, ganz offensichtlich, die nur die nächsten Jahre beantworten können. Allein, eine Feststellung bleibt jetzt schon kleben. Mit Zuschauerrekorden in der Bundesliga, mit den Bayern in der Champions League, mit einer zweiten Spitzenmannschaft, die ohne Neuzugang Reus und zumeist auch ohne Mario Götze Meister wurde, schließlich mit Jogis Vielleicht-Wundertruppe vom Sommer geht es dem deutschen Fußball so gut wie lange nicht mehr.

3. Abteilung Ewigkeit: Fast am Ziel

Kurz vorm Ziel: José Mourinho

Er hat wohl keine Lust mehr auf den zweiten Platz in der spanischen Trainerhierarchie. José Mourinho geht mit großen Schritten auf seinen ersten Meistertitel bei Real zu. Bisher hat er jedem seinen Vereine 2 Meisterschaften und einen Pokal geschenkt, zuerst Porto, dann Chelsea, schließlich Inter. Für Porto und Inter gab’s bekanntlich die Königskrönung in der Champions League obendrauf. Aber José der Spezielle, er interessiert sich nicht für Lapidarien wie Meistertitel. José der Spezielle hat höhere Ziele: Legende, Ewigkeit, Unsterblichkeit, Bester aller Zeiten — irgendwo in der Ecke.
In der Geschichte des Pokals formerly known as Europapokal der Landesmeister hat nur ein Trainer, Bob Paisley mit dem FC Liverpool, drei Titel holen können; nur drei Trainer haben zwei Titel mit zwei verschiedenen Vereinen gewonnen, Ernst Happel, Ottmar Hitzfeld — und José höchstselbst. Der Mann, der erst seit 12 Jahren Profimannschaften trainert, könnte dieses Jahr gleich zwei neue Rekorde sein eigen nennen. Genau die richtige Motivation also, für den Mann mit dem ewiglichen Horizont. Das Bernabeu wartet. Die Bayern sind gewarnt.

 


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