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Das Ende des baskischen Wunders?

Die Mannschaft, die in dieser Saison in Europa vielleicht für am meisten Aufsehen gesorgt hat, ist Athletic Bilbao. Der Klub hat mit seiner unkonventionellen Vereinsphilosophie, deren Fundament es ist nur baskische Spieler zu verpflichten, hat eine Mannschaft gespickt mit überragenden Talenten aufgebaut.

Geschrieben von Herr Salzmann am 09.05.2012 um 21:17 Uhr
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Insbesondere in der Europa League haben die in Spanien als Los Leones bekannten Jungspunde für Furore gesorgt. Manchester United wurde im heimischen Old Trafford von ekstatisch aufspielenden Löwen überrannt. Dieser Abend steht in der Liste der großartigsten Spiele der bisherigen Saison in Europa ganz weit oben. Die Mannschaft spielt unter dem argentinischen Trainerguru Marcelo Bielsa einen wahnsinnig aufwendigen Fußball mit sehr direktem Zug nach vorne. Dieser unheimlich unterhaltsame Stil hat sie zum Ende der Saison in das Finale der Europa League (bei uns ab 20.15 Uhr live im Ticker) und ins spanische Pokalfinale gebracht.

Mit dem Erfolg kommt allerdings ein Preis: die Späher der ganz Großen haben Blut geleckt und werden im Sommer versuchen, die Mannschaft auseinander zu pflücken. Gerade die beiden Klubs aus Manchester sind heiß auf die baskischen Talente, was wenig wundert, weil sie einen der englischen Dynamik sehr nahe kommenden Stil pflegen. An Starstürmer Fernando Llorente sind die Topklubs schon seit über einem Jahr dran. Diesen Sommer wird es erneute Versuche geben, den spanischen Nationalspieler loszueisen, der um die €40 Millionen Euro kosten dürfte. Außerdem auf diversen Zetteln in Manchester stehen die beiden Flügelflitzer Markell Susaeta und Óscar de Marcos (beide United) und „der neue Iniesta“ Ander Herrera (City). Mittelfeldass Javi Martinez wird genau so mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht, wie „der neue Wayne Rooney“ Iker Muniain. Sollte Martinez wirklich zur Blaugrana wechseln, dürfte er die nächsten zwei Jahre Anschauungsunterricht von Javier Mascherano bekommen, wie man von einem der besten zentralen Mittelfeldspieler der Welt zum Innenverteidiger wird. Sturmwirbelkanonenrackergott Muniain wird auch vom FC Liverpool und Juventus Turin umworben.

Die Italiener wollen mit aller Macht in die europäische Spitze zurückkehren und haben eine Shoppingliste, die länger ist als der Po. Wessen Po? Der von Turin. Robin van Persie, Luis Suárez, Carlos Tevez, Édinson Cavani, Robert Lewandowski, Stevan Jovetić, Salomon Kalou, Hatem Ben Arfa, Raul Meireles, Nemanja Vidic und Branislav Ivanovic würden alle zusammen soviel kosten wie ein saudi-arabisches Ölfeld und sind deshalb für die Autofamilie Agnelli nicht machbar. Die Ambitionen des Klubs wiewohl sind klar ersichtlich.

Die beiden Klubs mit den größten Ambitionen in Deutschland wollen ebenfalls aufrüsten. Die Dortmunder schauen sich nach einem Ersatz für den potentiellen Abgang von Kagawa um und interessieren sich für zwei Zauberzwerge. Sebastian Giovinco, ehemaliges ewiges Talent, hat in dieser Saison beim FC Parma endlich seinen Durchbruch geschafft und wäre eine ebenso herausragende Bereicherung für die Bundesliga wie Younes Belhanda, der Lenker und manchmal auch Denker vom HSC Montpellier. Die Bayern scheinen bei der Suche nach einem neuen Stürmer Nägel mit Köpfen zu machen. In diesem Fall ist es der Kopf der französischen Torjägerliste und heißt Olivier Giroud, Teamkollege von Belhanda und Schütze von 21 Toren in der Ligue 1. Der technisch beschlagene 1,92 Riese spielt mit der Überraschungsmannschaft des HSC Montpellier eine hervorragende Saison und hat bereits das Interesse vieler europäischer Topvereine geweckt. Das fortgeschrittene Interesse wurde bereits dokumentiert, sowohl von dem bayerischen Scout Björn Anderson („Im Moment beobachten wir einen Stürmer aus Montpellier, Giroud.“) und von Giroud selbst („Ich persönlich hatte keine direkten Gespräche mit Bayern, aber mein Berater ja.“). Giroud könnte Mannschaftskollege von Timo Hildebrand werden, den die Bayern angeblich ebenfalls auf dem Zettel haben. Man kann dem ehemaligen Stuttgarter eine Menge vorwerfen, aber nicht, dass er kein Sitzfleisch habe.

Und wo wir bei skurrilen Torwarttransfers sind: die Ölscheichs von Malaga wollen angeblich Robert Green von West Ham United verpflichten. Es darf also bezweifelt werden, dass die Macher mit den Champions-League-Ambitionen bei der letzten WM zugeschaut haben.


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