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Flatterball ist der Blog für Fußballgeschichten mit dem wöchentlichen & zurecht fast weltberühmten Podcast.
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1. Ein überflüssiges Spiel

Normalerweise kommt der Boulevard Dienstags — normalerweise.

Aber an diesem Dienstag war nicht normal, an diesem Dienstag war Relegation. Da ging’s nicht, ohne die Geschichte der Woche und so weiter.
Also am Tag danach. Aber der Tag danach — das war der Tag danach. Fußballdeutschland schreit und zetert und zeigt mit Fingern, kritisiert, fordert „Maßnahmen“ (die gleichsam beliebteste wie leerste Forderung in der Geschichte der Menschheit).

Und wir, eure geneigte Redaktion, die wir sonst zu allem was zu quatschen haben, halten einfach mal die Klappe. Was gibt’s denn auch noch zu sagen? Was, das nicht im Ticker schon gesagt worden wäre? Was, das nicht irgendein Spatz schon von der Dächern gepfiffen, das nicht irgendein Funktionär schon ins Mikro verkündet hätte. Sollen wir auch Maßnahmen fordern? Konsequenzen?

Jetzt ist Donnerstag und der Boulevard kann endlich kommen. Ohne die Relegation. Ist ja alles gesagt. Fast ohne die Relegation; fast alles gesagt.

Was noch übrig bleibt, ist der fade Beigeschmack eines überflüssigen Spiels — und die Freude, mit Tarek Sumiri und seinem ersten Flatterartikel einen neuen Autor in unseren Reihen begrüßen zu dürfen, der diese Überflüssigkeit auf ganz eigene Weise beschreiben kann; der, ohne sie zu fordern, eine Maßnahme nahelegt: die Relegation einfach wieder abschaffen.

2. Abteilung Kurios: Von der Gefahr, ein Schiedsrichter zu sein

Auf Schiedsrichter lauert hinter jeder Ecke ein Feind. Ob wütende Fans oder die gierige Wettmafia, ob die ebenso gierige Journalistenschar oder erzürnte Funktionäre, ob verprellte Stars oder selbstgerechte Sternchen. Kaum ein Tag, an dem der Schiri wie fast jeder andere Mensch im westlichen Teil der Welt gefahrlos und routiniert seinem Tagwerk nachgehen kann. Aber das ist er wohl gewohnt, der Schiri im Allgemeinen.

Weniger gewohnt ist Schiri im Allgemeinen und der italienische Unparteiische Daniele Doveri im Speziellen, wenn sein Tagwerk auch noch körperliche Beschwerden nach sich zieht. Dabei wurde Daniele Doveri gar nicht von den oben Aufgeführten heimgesucht; es war kein Fan, der ihn attackiert hat, keine Wettmafia, die ihn in Zement gießen wollte, kein wildgewordener Star, der auf ihn losging. Daniele Doveri hob einfach den Arm.

Kaum zwei Minuten war das Spiel zwischen Neapel und Novara am letzten italienischen Ligaspieltag alt. Doveri wollte, ganz gewohnt, den Arm heben, um die Richtung nach dem Freistoß anzuzeigen.
Eine dramatische Geste später war der Arm augekugelt und der Stolz des Unparteiischen, so darf man vermuten, angeknackst. Von Schmerz und Scham gebeutelt zog sich Dovari in die Umkleidekabine zurück. Doch siehe da — während der vierte Offizielle sich warmlief, um Dovari zu ersetzen, schoß sich Dovari in der Anonymität der Kabine Schmerzmittel in den Arm. Kaum 20 Minuten nach der unfreiwilligen Unterbrechung des Spiels lief der Schiedsrichter wieder auf den Platz und ließ weiterspielen.

 


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