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1. Abteilung Aura: Sportgericht lehnt Wiederholung des zweiten Relegationsspiels ab

Jetzt ist es amtlich — fast. Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch der Hertha gegen die Wertung des zweiten Relegationsspiels in Düsseldorf abgewiesen.

Fast amtlich, weil der vielbemühte Runde Tisch — der hier wohl eher die Form der richerlichen Kanzel hat — nichts eingebracht hat. Fast amtlich, weil Michael Preetz und die auf ganz eigene Weise von ihm geführte Hertha zumindest hier konsequent sind und in die letzte Instanz gehen. Das Bundesgericht des DFB — welch ein selten dämlich-pompöser Name — soll abschließend über den Fall entscheiden.

Das Fingerzeigen, natürlich, es will nicht aufhören. Die Seiten, sie sind abgesteckt. In einem Kommentar auf Zeit.de hat Oliver Fritsch die Entscheidung des Sportgerichts als „falsch“ angeprangert, hat einen DFB gesehen, der sich blind vor seine Schiedsrichter stellt, der trotz aller moralischen Verurteilung der Hertha das Recht der Fußballer auf Nachspielzeit sieht. In der Welt hingegen fordert Jan-Eric Peters, dass die Hertha kurzen Prozess mit der eigenen Unsportlichkeit machen, „Sportsgeist zeigen und absteigen“ soll.

Beide Autoren finden gute Gründe. Beide Artikel verfehlen das Thema.

Wenn es stimmt, dass Mannschaften die Aura ihrer Trainer annehmen, dann darf man vielleicht auch sagen, dass Ereignisse die Aura ihrer Kommentatoren annehmen; dass das Ereignis ohne das drumherum nur ein paar Menschen irgendwo im Universum wären, die einem Ball hinterherlaufen.

Wenn die Kommentatoren den Nachklapp zum Relegationsspiel mindestens so stark prägen wie ihre Akteure, dann ist die Aura des Relegationsspiels die der Auseinandersetzung. Die des Rechtens um Abbruch oder Neuanpfiff, um Wiederholung oder Gültigkeit des Ergebnisses. Eine Aura von Unübersichtlichkeit, Zweifel und schließlich der impotenten öffentlichen Suche nach Gerechtigkeit. Die Frage, ob die richtigen Fragen gestellt werden, stellt sich dabei natürlich immer. Die Frage nach Bestrafung der Missetäter, der Ruf nach Aufklärung — noch so ein pompöses Wort –, nach Konsequenzen — immer pompöser –, nach Schuld und Sühne. Nur eine — wie ich finde offensichtliche Frage — wird nicht gestellt: Die Frage nach der Existenzberechtigung des Relegationsspiels.

2. Abteilung Ultras

Wisst ihr, was beruhigend ist? Wenn in diesen Zeiten von Agitation und Aufregung, von Krawallen und Fankulturdebatten und Infragestellen der schönsten wie banalsten Nebensache der Welt ein 10-Sekunden-Video die Perspektive zurückbringt.

Sagten auch? Eine Million Menschen. Und bitte:

 


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Ein Kommentar für diesen Artikel

  1. Wissenschaftler um Luigi Luca Cavalli-Sforza weisen darauf hin, dass höchstens 10 % der heute in Ungarn lebenden Menschen von den landnehmenden magyarischen Sippen abstammen.

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