
Nur Zuschauer? Die Polizei kurz vor der Katastrophe in der Ägyptens globaler Stadt, Port Said, bei der nach letztem Stand 76 Menschen ums Leben kamen
Das Fußballjahr verzeichnet seine nächste, seine schlimmste Tragödie: im ägyptischen Port Said kommen 76 Menschen ums Leben. Die Motive sind unklar, die Verstrickungen der Katastrophe in die Demokratiebewegungen des arabischen Frühlings aber liegen auf der Hand.
Für deutsche Landespolitiker ist das trotzdem kein Grund, von einer Instrumentalisierung des Fußballs Abstand zu nehmen. Und während hierzulande einige die Lösung in stärkerer Überwachung sehen, erblödet sich in England ein Konglomerat aus Politik und Fußball, Gerichtsverhandlungen wegen rassistischer Vorwürfe auf den Sommer zu verschieben — aus terminlichen Gründen. Bei Chelsea hat nämlich keiner Zeit für Zeugenaussagen.
Wie banal es da scheint, dass auch noch Fußball gespielt wurde. Guter Fußball noch dazu: einen neuer Tabellenführer in Deutschland und einen Klassiker von einer Aufholjagd in England gab es zu bestaunen. Dazu vertrautes italienisches Gerumpel, einen Afrika-Cup, der großes Drama auf dem Platz zu bieten hat, Vorfreude auf den DFB-Pokal und die Spitzenspiele des kommenden Wochenendes — die Scheuklappen hatten es noch nie so schwer wie diese Woche.
Musikalische Ablenkung von Leonard Cohen, Regina Spektor, den Sternen, Shakira und Jimi Hendrix.










