Posts Tagged ‘José Mourinho’

Flatterball #55 — Respektlosigkeiten

Monday, January 30th, 2012

R-E-S-P-E-C-T, find out what it means to me -- José "Siegfried" Mourinhos Reaktion auf den Großangriff der Hauptstadtpresse

Drunter und drüber geht’s, in der heute etwas respektlosen, bisweilen grausamen, aber verlässlich albernen Welt des Fußballs.
Da sind Carlos Tevez und Michael Ballack, die R-E-S-P-E-C-T wollen, aber keinen bekommen; da sind die Bayernfans, die das Marketing ihres Vereins nur durchschnittlich lustig finden; und da ist natürlich José Mourinho, der sich wie Siegfried in den Nibelungen gegen Spionageaffären und das Lindenblatt der spanischen Pressemacht zur Wehr setzen muss — und erfährt, dass auch der Special One nur begrenzen Respekt in den Augen seiner Jünger genießt.
Die Redaktion will da nicht nachstehen und vergisst direkt, die eigene Einleitung (insofern man ja die Themen, die in einer solchen vorkommen, auch besprechen sollte) oder die Pflicht zum korrekten Schnitt zu respektieren, verspricht dafür Respekt dank Keksen, freut sich über ein Kuriositätenkabinett mit bekannten alten Würdenträgern, über den Kalender der Maya, den morgigen Transferfensterbeendungstermin und eine Bundesligaspitze, die seit (ca.) 1992 nicht mehr so spannend war.
Musik machen Pink Floyd, Gerry and the Pacemakers, die Arctic Monkeys, Dirty Pretty Things und die Foreign Beggars.

Flatterball #54 — Alles auf Anfang

Monday, January 23rd, 2012

Stellvertretend für Gladbach und Schalke: Europas größter Fanblock, so eng beisammen wie die Bundesligaspitze -- den Zuschauern (außerhalb von München) darf's recht sein.

Vollbracht! Die Bundesliga ist in die Rückrunde gestartet und die zur Hälfte kränklich näselnde Redaktion feiert diesen Umstand ausgiebig.
Himmelsstürme der Borussen aus Gladbach und Dortmund, tattrige Bayern mit Fehlpass-Neuer, zähe Schalker — ein Meisterschaftsrennen aller-allererster Güte schickt sich an. Alles auf Anfang hierzulande, an der Spitze der Tabelle, am Fuß der Tabelle, in der Mitte der Tabelle.
Und noch mehr großer Fußball: da sind die Spanier, die zumindest zur Häfte den fantastillionsten Clásico des Jahres feiern — die Redaktion feiert deswegen Pep Guardiola und Dagobert Duck. Und da sind ist der Großraum Manchester, der seine Überlegenheit über den Großraum London feiert — die Redaktion feiert deswegen den supersten aller Sonntage und bespricht, nach all den Eskapaden, den Liverpooler Weg und den englischen Sonderweg.
Schließlich gab es auch abseits des Platzes Bemerkenswertes zu registrieren. Zum großen alten Thema ‘Druck im Fußball’ sind diese Woche gleich drei Interviews erschienen, die nachdenklich machen — drei Karrieenden, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle auf die ewigen Mechanismen des großen alten Kreislauf Fußball verweisen. Da war das Interview von Sebastian Deisler in der 11Freunde; dann das von Marcus Urban, unseres Gastes vom Februar 2011, bei 1Live; und schließlich das von Dean Windass, Hull Citys Held, der nach seinem kürzlichen Karriereende gleich zweimal (und Gott sei Dank erfolglos) versucht hat, sich umzubringen und nun darüber gesprochen hat.
Viel zu besprechen, nicht zuletzt (Kommando: Scheuklappen auf!) eure Kekszuschriften, liebe Hörer. Musikalische Unterstüzung liefern David Bowie, The Raveonettes, Postal Service, The Beta Band und Outkast.

Flatterball #44 — Verwirrung, Rassismus und der hektische Ball

Monday, October 31st, 2011

Zwei Rassisten im Duell? Oder bloß zwei missverstandene Giganten? Robin van Persie gegen John Terry im Duell der Woche.

Dreht sich der Ball in der Bundesliga oder in der Premier League am hektischsten um die eigene Achse? Die Redaktion überwindet (zeitweise) ihre Verwirrung und wägt die verfügbaren Argumente ab.
Für die Bundesliga spricht Felix Magaths Hoffnung auf das Champions League Finale 2014, der neue sieglose Hamburger Rückenwind, die Mischung aus hochklassigen und laaaangweiligen Spielen, die Dortmunder Chancenverwertung, Marco Reus’ Drang nach der Nationalmannschaft und der Drang des FC aus Köln hin zum gesicherten Mittelfeld.
Für die erste englische Liga hingegen sprechen die sich häufenden Rassismusvorwürfe gegen die Stars der Liga, die Überraschungsmannschaften aus Newcastle, Norwich und Swansea, Arsenals Rennaissance und natürlich Mario Balotteli, dem wir zum neuen Job als Botschafter für Feuersicherheit gratulieren.
Viel los? Das war noch nicht alles: Italien bleibt spannend. In Udine sprintet der Genetiv Richtung Champions League, der AC aus Milano drückt den AS aus Roma in die Krise und rückt mit großen Ibrahimovic-Schritten an die weiterhin ungeschlagene alte Dame aus Turino heran, die ihrerseits Internazionale (ebenfalls aus Milano) im Keller der Tabelle festsetzt. Magnifico!
Allein die Spanier mögen’s gewohnt, auch wenn Barca und Real sich bisweilen schwerer mit dem Rest der Liga tun, als es ihnen lieb wäre.
Bleibt noch Zeit genug, die Debatte um Stammelf vs. Rotation aufzugreifen, den Fall passives gegen aktives Abseits zu verhandeln und schließlich Franz Beckenbauer zur neuen alten Rolle als Kommentator von zweifelhafter Signifikanz zu gratulieren.
Musikalische Unterstützung für die Erörterung solch großer Themen erhalten wir von den Flaming Lips, Ernie (ohne Bert), der Bonzo Dog Doo-Dah Band, Gogol Bordello und Nouvelle Vague.

Flatterball #40 — Alte Bekannte

Monday, October 3rd, 2011

Der Rückkehrer der Woche: Schleifer Huub

Viel, viel los war wieder in Europa.
In Italien — genau, Italien! — ist es spannend. Die alte Dame und die Gipfelstürmer und nächsten Todesgruppenbayerngegner aus Neapel schießen die beiden Mailänder Seriensieger in die Krise.
Die Bundesliga begrüßt derweil in Schleifer Huub einen alten Bekannten; sie fragt sich außerden, ob Hamburg versuchen wird, dem Gespann Klisnmann/Löw nachzueifern; ob die Schickeria bald neue Regeln für den Rekord-Manuel finden wird; und ob Wolfsburg als nächster Verein die Trainerfrage stellt.
Währenddessen werden von Katalanen in Madrid portugiesische Nazis vermutet, hat Real Madrid Luxusprobleme, steckt die Champions League voller zypriotischer und schweizer Überraschungen.
Ebenfalls währenddessen holt sich Herr Messi den nächsten Rekord, klauen Manchesters Fußballmillionäre Doughnuts im Supermarkt, schießt in London ein vermeintlicher Rentner Englandtrainer Capello erneut in die Lächerlichkeit.
Und sonst: dürfen wir berichten von Carlos Tevez, Fußballverweigerer, und von Robert Lewandowski, der gegen den zukünftigen 18ten der Fußballbundesliga seine Mittelstürmerqualitäten unter Beweis stellt.
Dazu kommt die übefällige, sträflich vernachlässigte Verleihung der höchten Ehre des europäiscben Fußball: Flatterballs Mensch des Monats September inklusive dokumentarischem Material (ab Minute 4:25).
Was sonst das Kuriositätenkabinett befüllt, ist heute der ganze normale Fußballalltag — viel Spaß mit Folge 40 und unseren Miniubiläumsmusikanten Queen, The Blues Magoos, André Rieu, Eagles of Death Metal, Refused und David Hasselhoff.

Flatterball #36 — Die Rückkehr der Kleinen

Monday, September 5th, 2011

José Mourinho inspiriert nun auch Schutzkleidung

Das Transferbeben ist verebbt und wir wagen einen kleinen Rückblick auf die gelungenen, die weniger gelungenen und die vom FC Arsenal getätigten Transfers in einer hektischen und fußballerisch nahezu ereignislosen Woche (ja, dazu zählt auch der Triumph der Achse Özil-Götze und das niederländische Gemetzel von wehrlosen San Marinern).

Was schließen wir daraus, daß Real Madrid sich schamlos an den Papst ranschmeißt, Philip Lahm Bücher schreiben lässt und Gigi Becali den Jihad verkündet? Genau. Wir brauchen wieder Ligafußball.
Musik von The Streets, Richard Cheese, The Trashmen und Pink Floyd.

Episode #34 — Stur in die Krise

Tuesday, August 23rd, 2011

Weltklasse-Trainer in Action - Jose Mourinho bei seiner einflussreichsten Geste des zweiten Clásicos

Die Saison ist 3 Spieltage alt, grob geschätzt. Genug für den einen oder anderen Verein, um in aller sturen Ruhe in die erste Krise der Saison zu stoplern.
Der HSV zum Beispiel weigert sich, seine Probleme anders als mit aussortierten Chelsea-Reservisten zu beantworten; der FC Arsenal weigert sich, seine klaffendsten Kaderlücken anzugehen und verpflichtet weiter schmächtige Flügelstürmer aus Costa Rica oder Portsmouth; und José Mourinho, der sich in seinem Leben wohl noch nie entschuldigt hat, sieht “Schwänze”, wo sie sonst keiner sieht, und kneift beim zweiten Clásico der Saison Barcas Assistenztrainer ins Ohr. Oder ins Auge. Kontrovers.
Die Spanier streiken übrigens.
Außerdem Thema: die Kopflosigkeit von Luka Modric sowie die Titelchancen von Man U, Man City und der brillanten Borussia aus Mönchengladbach.
Musik machen Daft Punk, Element of Crime und die Detroit Cobras.

Flatterball #30 – Legenden zur Sommerpause

Tuesday, May 31st, 2011

Die schönste Geschichte des Endspiels: Pep Guardiola umarmt Eric Abidal, den wiedergenesenen Krebspatienten und Titelträger

In unserer ausgiebigen letzten Folge vor der wohlverdienten Sommerpause fahren wir noch einmal kräftig auf. Themen heute: Legenden, Legenden und… Legenden!
Das Finale der Champions League (Legenden hier: Messi, Xavi, Rooney, Ferguson, Guardiola, der gesamte FC Barcelona, Eric Abidals Courage und das Erbe Wembleys) wird natürlich einer ausgedehnten Exegese unterzogen. Wie unterlegen waren die Engländer? Wie schön war David Villas Tor? Wie gut war Messi? War Xavi noch besser? Und wer soll Barca stoppen, in den nächsten Installationen der Champions League und auf dem Sturm in der Geschichtsbücher?
Alles Fragen, deren Antworten wir zwar nicht kennen, dafür aber heiß diskutieren.
Und sonst? Mehr Legenden! Z.B. an der Spitze der FIFA (Blatter), im Exekutivkommittee (Beckenbauer), in der sportlichen Leitung von Real Madrid (Mourinho, Zidane) und im Machtgefüge des Relegationsüberlebers Borussia Mönchengladbach (Effe). Was das heißt? 1. Die FIFA probt erfolglos Transparenz und Demokratie. 2. Real Madrid beißt sich in den Aufstand gegen die spanische Zweitrangigkeit. 3. Die Initiative Borussia scheitert in einer Wahl, die Erich Honecker das Wasser ins Äuglein getrieben hätte.
Schließlich noch der Rückblick-Rundumschlag: Auf eine fantastische Saison mit Rekorden und viel zu vielen viel zu legendären Clásicos, mit Gareth Bales Aufstieg und Rooneys Berg-Tal-Bergfahrt, mit Karatetritten von Zlatan und Nigel, mit Bunga Bunga und italienischer Tristessa, mit deutschem Chaos, mit Abstiegskämpfen und Titelträgern für die Ewigkeit. Und wie wäre das vollständig, wenn wir nicht zum Abschluss auch noch gewohnt chauvinistisch über Frauenfußball lästern würden?
Vielen Dank also an euch, liebe Hörer, für ein großes Jahr; vielen Dank an euch, liebe Spieler und Funktionäre und Trainer, für all die Unterhaltung; und schließlich natürlich: vielen, vielen Dank an dich, lieber Ball, dass du immer noch rollst.
Fanfarenklänge kommen von Gogol Bordello, Johnny Cash, den Sonics, Spoon, Ramones und den Crystals.

Episode #26 — Heulsusen, Meistertrainer und Sammy, the Tammy

Monday, May 2nd, 2011

Passend zur Weltstimmung: Sammy, the Tammy, des Flatterball-Redakteurs zweitliebstes Maskottchen.

Manchmal muss man sich von all dem großen Fußball erholen — und was taugt da besser, als ein schottisches Maskottchen mit Panzer und Maschinengewehr.
Da klappt die Ablenkung vom wichtigen Fußballgeschehen; auch, wenn Dortmund vorzeitig Meister wird. Auch, wenn die Meisterschaft in England durch Dominoeffekte, Schiedsrichter-Brillanz und Arsenal-Sturheit auf einmal wieder weiter offen ist (nur nicht für Arsenal).
Besonders hilfreich ist es natürlich, wenn der Clásico, Akt 3, sich zum hochdekorierten Laientheater entwickelt. Oder wenn Ballack Leverkusen sich mit Anlauf in Kölner Schmähgesängen verrennt.
Außerdem im Programm: die Wahl zum Menschen des Monats April, die Abstiegskämpfe Europas und ein kurzer Rundumschlag aus der beliebten Rubrik “Was sonst noch?”. Darin das holländische Leverkusen-Potenzial, ein neuer Mourinho beim FC Porto und eine Prise französischer Rassismus.
Musik von den Violent Femmes, den Redaktionslieblingen von den Eels, The Distillers, Frank Sinatra und Woody Allen höchstpersönlich.

Episode #25 — Titanenkampf, die zweite: Vorteil Madrid

Monday, April 25th, 2011

Tatort Madrid -- Sergio Ramos' materielle Sorglosigkeit deutet es an: Im Titanenkampf zählt die Legende, die Ewigkeit. Silberpötte sind da nur schnödes Beiwerk (Bildmitte)

Es geht weiter mit großem Fußball. Überall stand alles natürlich immer im Zeichen des zweiten Clásicos. Resultat des zweiten von vier Akten: Vorteil (und Pokalsieg) Madrid. Aber bevor es am Mittwoch an die Halbfinals der Champions League geht, bevor sich die Titanen erneut duellieren, bevor Rauls Schalke versucht, die Ruhe von Man United zu stören, lohnt der Blick auf die abgelaufene Fußballwoche.
Darin pirscht Chelsea sich wieder an die Spitze heran und Arsenal verspielt auch die letzten Meisterschaftshoffungen, während die des BVB so lebendig sind wie eh und je. Und was an der Spitze der Bundesliga die vorläufige Fortsetzung der grandios kuriosen Saison bedeutet, heißt am Ende der Tabelle die ultimative Drohung durch den großen Gleichmacher Abstieg.
Außerdem: Herr Salzmann war beim gemütlichen Belgrader Derby zugegen, genießt seinen Turbofolk und erklärt: alles entschieden in Bella Italia. Herr Wagner hingegen erklärt: alles offen in Holland. Und beide erklären: beim OSC aus Lille warten große Talente auf große Vereine.
Musik von Billie Holiday, B.B. King, den Sonics, Feist und den Strokes.

Episode #24 — Kracher, Clásicos und kosmische Comedy

Tuesday, April 19th, 2011
Clásico 1 von 4: Punktsieg Mourinho

Clásico 1 von 4: Mourinho mit Punktsieg, Guardiola mit Titeln?

Manchmal gibt es sie — diese Wochenenden, an denen ein Kracher, ach was, ein Weltkracher den nächsten jagt. Und zwar überall.
In Spanien gab es den ersten (natürlich rekordverdächtigen) von vier Akten Clásico in 18 Tagen. Paarung: Real Madrid gegen den FC Barcelona. Ergebnis: Unentschiedenen. Moralischer Sieger: Real. Denkt jedenfalls der verschwiegene José Mourinho? Aber was denkt Lionel “Batman” Messi?
In Deutschland greift Dortmund mit aller Macht nach der Schale — und Leverkusen in die Klischeekiste.
In Italien greift Bunga-Bunga-Berlusconi nach der Fußballmacht — und keinen kümmert’s.
Und auf der Insel England treffen sich die Redaktionslieblinge Arsenal und Liverpool und beweisen, dass ein Fußballspiel genau 102 Minuten dauert und mit einem Elfmetertor abgepfiffen wird.
Akkustische Kracher (kein Krach) von den legendären Libertines, dem ewigen Neal Hefti und den nicht minder ewigen The Who.