Posts Tagged ‘Marco Reus’

Flatterball #57 — Über Esel und Bulldoggen und Fohlen und Diven

Monday, February 13th, 2012

Ex-Mutterland-Thron-Inhaber, Kunstsammler, Boulevard-Presse-Opfer: Fabio Capello macht Platz für Eselfreund Redknapp. Foto: Tim Hales / AP

Unterhaltsam war sie, die vergangene Fußballwoche.
In Deutschlands Bundesliga wurden fröhlich Trainerstühle verrückt, in England ist gar der Königsthron vakant und in Holland schmeißen direkt ganze Aufsichtsräte den Hut. Steuerhinterziehung, der Fall “Rosie” und Rassismus im Mutterland, frühe Abstiegspanik hierzulande, eine Vorentscheidung in Spanien, Pokalwettbewerbe noch und nöcher und ein Überraschungstriumphator im Afrikacup — Fußballherz, was willst du mehr?
Dazu eure Kommentare und unsere Eigenwerbung, die Enthüllung unbekannter Redaktionsmitglieder, ein Kuriositätenkabinett mit rotunden Stürmern, homophoben Parlamentariern und Pflegeprodukten für den Fußballer für heute — und schließlich eine Europa League, deren große Duelle es mit der Champions League aufnehmen können.
Musik macht aus gegebenem Anlass natürlich Whitney Houston.
Nur Whitney Houston.

Flatterball #55 — Respektlosigkeiten

Monday, January 30th, 2012

R-E-S-P-E-C-T, find out what it means to me -- José "Siegfried" Mourinhos Reaktion auf den Großangriff der Hauptstadtpresse

Drunter und drüber geht’s, in der heute etwas respektlosen, bisweilen grausamen, aber verlässlich albernen Welt des Fußballs.
Da sind Carlos Tevez und Michael Ballack, die R-E-S-P-E-C-T wollen, aber keinen bekommen; da sind die Bayernfans, die das Marketing ihres Vereins nur durchschnittlich lustig finden; und da ist natürlich José Mourinho, der sich wie Siegfried in den Nibelungen gegen Spionageaffären und das Lindenblatt der spanischen Pressemacht zur Wehr setzen muss — und erfährt, dass auch der Special One nur begrenzen Respekt in den Augen seiner Jünger genießt.
Die Redaktion will da nicht nachstehen und vergisst direkt, die eigene Einleitung (insofern man ja die Themen, die in einer solchen vorkommen, auch besprechen sollte) oder die Pflicht zum korrekten Schnitt zu respektieren, verspricht dafür Respekt dank Keksen, freut sich über ein Kuriositätenkabinett mit bekannten alten Würdenträgern, über den Kalender der Maya, den morgigen Transferfensterbeendungstermin und eine Bundesligaspitze, die seit (ca.) 1992 nicht mehr so spannend war.
Musik machen Pink Floyd, Gerry and the Pacemakers, die Arctic Monkeys, Dirty Pretty Things und die Foreign Beggars.

Flatterball #54 — Alles auf Anfang

Monday, January 23rd, 2012

Stellvertretend für Gladbach und Schalke: Europas größter Fanblock, so eng beisammen wie die Bundesligaspitze -- den Zuschauern (außerhalb von München) darf's recht sein.

Vollbracht! Die Bundesliga ist in die Rückrunde gestartet und die zur Hälfte kränklich näselnde Redaktion feiert diesen Umstand ausgiebig.
Himmelsstürme der Borussen aus Gladbach und Dortmund, tattrige Bayern mit Fehlpass-Neuer, zähe Schalker — ein Meisterschaftsrennen aller-allererster Güte schickt sich an. Alles auf Anfang hierzulande, an der Spitze der Tabelle, am Fuß der Tabelle, in der Mitte der Tabelle.
Und noch mehr großer Fußball: da sind die Spanier, die zumindest zur Häfte den fantastillionsten Clásico des Jahres feiern — die Redaktion feiert deswegen Pep Guardiola und Dagobert Duck. Und da sind ist der Großraum Manchester, der seine Überlegenheit über den Großraum London feiert — die Redaktion feiert deswegen den supersten aller Sonntage und bespricht, nach all den Eskapaden, den Liverpooler Weg und den englischen Sonderweg.
Schließlich gab es auch abseits des Platzes Bemerkenswertes zu registrieren. Zum großen alten Thema ‘Druck im Fußball’ sind diese Woche gleich drei Interviews erschienen, die nachdenklich machen — drei Karrieenden, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle auf die ewigen Mechanismen des großen alten Kreislauf Fußball verweisen. Da war das Interview von Sebastian Deisler in der 11Freunde; dann das von Marcus Urban, unseres Gastes vom Februar 2011, bei 1Live; und schließlich das von Dean Windass, Hull Citys Held, der nach seinem kürzlichen Karriereende gleich zweimal (und Gott sei Dank erfolglos) versucht hat, sich umzubringen und nun darüber gesprochen hat.
Viel zu besprechen, nicht zuletzt (Kommando: Scheuklappen auf!) eure Kekszuschriften, liebe Hörer. Musikalische Unterstüzung liefern David Bowie, The Raveonettes, Postal Service, The Beta Band und Outkast.

Flatterball #53 — Die Sache mit dem Keks

Monday, January 16th, 2012
Brillant oder bekloppt? Dropslutscher oder Drops? Felix Magath, Fußballenigma

Brillant oder bekloppt? Dropslutscher oder Drops? Felix Magath, Fußballenigma

Volles Wochenende — mit dem Mailänder Derby, zum Beispiel, und dem sich ausweitenden italienischen Wettskandal. Und mit Diego Simeone, dem Mann, der wie gewohnt mit dem Messer zwischen den Zähnen bei Atletico Madrid ein brachiales Comeback feiert.
Wir berichten außerdem von Felix Magaths Abstieg (oder Aufstieg) vom Gottstatus in die Beklopptheit, Hannoveraner Umfragen, bayuvarischen und gelsenkirchener Asientouren, von Gladbacher Wechselsorgen und Demba Bas Ausstiegsklauseln und den sagenumwobenen Transferlisten großer Vereine, die noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat.
Schließlich schelten wir euch, liebe Hörer, freuen uns auf den Auftakt der Bundesligarückrunde und den größten Kindergeburtstag der Welt, bewundern Eric Cantona, der kurzzeitig in die Politik geht, schauen auf englische Fußballerrestaurants, in denen Drogendeals abgewickelt werden und auf Altherrenfußballer, die zurück auf den Platz beordert werden: Thierry Henry und Paul Scholes feiern ihre Kurzcomebacks.
Musikalische Unterstützung kriegen wir von Belle & Sebastian, Frank Zappa, Devendra Banhart, Creedence Clearwater Revival und den Electric Prunes.

Flatterball #52 — Über Paukenschläge und gelassene Federn

Monday, January 9th, 2012

Hoffnungsträger für eine ausgeglichenere Bundesligaspitze (und für große Prophezeiungen der Redaktion) -- Marco "Paukenschlag" Reus

Nach unseren moralisch fast sattelfesten Ausflügen für die Rückblicke sind auch wir, Scheuklappe links, Scheuklappe rechts, in der Aktualität angekommen.
Die hiesige Rückrunde lässt noch zwei Wochen auf sich warten — trotzdem aber kann die Bundesliga mit dem Transfer von Marco Reus auf den ersten Paukenschlag des Jahres stolz sein. Ob Dortmund damit automatisch zum Serienmeister wird oder sich wieder in finanzielle Schwierigkeit bringt, ist genauso Thema wie der fortwährende englische Spitzenspielwinter, der so etwas wie Pause nicht kennt. Im britischen Regen mussten alle Spitzenmannschaften Federn lassen — echte Männer sind gefragt. Männer wie der rauchende Mario Balotelli, wie die reaktivierten Helden Scholes und Henry, Männer wie Sir Alex oder Harry “someone special” Redknapp.
Schließlich schauen wir auf die anderen (getätigten und beschworenen) Transfers der vergangenen Woche und auf die beiden anderen großen Liga, in denen der Ball seit diesem Wochenende ebenfalls wieder rollt: Nämlich Italien – in dem der andere Prinz, genannt Boateng, weiter sein Unwesen treibt – und Spanien – in dem Barca erneut Federn im Meisterschaftskampf lassen muss.
Musik machen Iggy Pop, Herbert Grönemeyer, Hagen Rether und David Bowie.

Flatterball #51 — Die Kunst des Wegschauens… Jahresrückblick, Teil 2

Monday, January 2nd, 2012

Sieht keine Probleme -- der Mensch des Jahres 2011, FIFA-Imperator und wegschauende Größe des Weltfußballs: Sepp Blatter

Wichtig ist auf’m Platz? Nun ja. Wer wegschauen kann, ist klar im Vorteil. Mit einer angemessenen Portion Zynismus blicken wir im zweiten Teil unseres Rückblicks auf ein Jahr, dass gerade neben dem berühmten grünen Rasen Geschichten vor zweifelhafter Prominenz lieferte.
Da waren zum Beispiel die Fälle Suárez und Terry, die auf je eigene Art Anstoß an der Hautfarbe ihres Gegenspielers nahmen; da war auch die seltsam unterbelichtete Geschichte ukrainischer Straßenhunde, die den institutionellen Ordnungsdrang des Gastgeberlandes 2012 massenhaft mit dem Leben bezahlen mussten; da war weiter die Kunst der Fußballwelt, im Schiedsrichter den Sandsack für allen Frust zu erkennen, der sich auf und neben dem Platz (und warhscheinlich auch in der Küche und im Schlafzimmer) so anstaut; da war natürlich ebenso die (aller juristischen Voraussicht nach) systematische Spielmanipulation in der Türkei, in Italien, in Deutschland und vielleicht auch überall sonst; und schließlich war da auch noch Sepp Blatter, der Pontifex Maximus des Wegschauens, dem auch Udo Lattek, Jörg Wontorra oder National-Miro Klose keine ernstliche Konkurrenz auf den Thron des Menschen des Jahres 2011 machen können.
Musikalische Unterstützung in unserer hinschauend-wegschauenden Rückschau erhalten wir von Radiohead, Hagen Rether, Against Me!, Otis Redding und Tongue Forest.

Flatterball #47 — Fressen oder gefressen werden

Monday, November 28th, 2011

R.I.P. Gary Speed (1969-2011)

Eine kleine Ewigkeit liegt zwischen der letzten und der aktuellen Folge. Entsprechend viel gibt es zu besprechen; zuvorderst natürlich die tragischen Ereignisse um Babak Rafati und Gary Speed und die Löcher, die solche Schockmomente in die wundersame Glätte des Fußballalltags reißen.
Und dann gibt es genau das: den Fußballalltag, der auf seine Weise Richtung Ernst des Lebens steuert.
Mit der Champions League und der Todesgruppe, deren Namen auf einmal pietätlos ist. Und einem zypriotischen Traum. Und einem englischen Alptraum. Und der Sicherheit, dass am letzten Spieltag einige fressen und andere gefressen werden.
So wie in der Bundesliga, an der Spitze, wo die Dortmunder reüssieren, die Bayern über die eigenen Füße stolpern und sehnsüchtig einem Rolls Reus hinterherschauen, der auch mit Zehbruch in der Tabelle an ihnen vorbeiziehen kann.
Und wie in der Premier League, in der das große Geld und die vielen großen Spieler unweigerlich zu großen Verlierern führen müssen. Kandidat Nummer 1: Chelsea mit Wunderknabe Vilas-Boas und einem ungeduldigen Millardär, der nervös an den Strippen zupft und sich zum Ziehen bereit macht.
Und wie schließlich auch in Spanien, wo Real Madrid schlagartig wie der neue Favorit auf den Titel aussieht. So lange, bis es wieder andersrum ist.
Ach, Fußball — Gott sei Dank gibt es noch die Kleinigkeiten zu bewundern: einen spanischen Defensivmann, der von der Mittellinie einnetzt (und das gleich zum zweiten Mal in dieser Saison), einen kroatischen Club-Präsidenten, der den Sieg seines Landes gegen die Türkei mit Striptease und Federboa feiert und die tschechische Nationalmannschaft, die sich selbst feiert und dabei lautstark Fernsehreporter diffamiert.
Musik von Pavement, Frank Sinatra, Dave Sitek, den Hives und Michael Jackson.

Flatterball #45 — Actionfilm mit Überlänge

Monday, November 7th, 2011

Danke, Fußball -- das dankbare Publikum bewundert eine Fußballwoche voller Action.

Was für eine Woche! Da ist ein Podcast mit Überlänge unvermeidlich.
Natürlich sprechen wir über den Rolls Reus aus Gladbach und die Super Marios aus München und Dortmund, über große Europa-League-Nächte mit Hannoveraner Beteiligung über bayrische Trotzigkeit gegen die Orakleien der Redaktion. Thema sind aber auch die fraglichen Renaissancen der Dortmunder und Bremer, der große Fußball, den uns die Duelle zwischen 96 und 04 und Mainz und Stuttgart beschert haben, die gelassene Härte des Huub sowie die Duelle Fiskus vs. Schiedsrichter und Ordnung vs. gewaltbereite Fans.
Und soviel nur zu Deutschland!
In England feiert der geadelte schottische Imperator, Sir Alex Ferguson, seine silberne Hochzeit mit dem Titan Manchester United. Wir schauen auf den großen, harten Hund aus Govan, loben Newcastle für die anhaltende Form, und springen weiter.
Und zwar nach Südeuropa, wo der der AC Milan die Abwehrreien der Serie A malträtiert, wo Cristiano Ronaldo und Messi zu neuen Torhöhenflügen ansetzen und La Liga mit Vollgas Richtung Normalität befördern — wäre da nicht der FC Valencia und das Unentschieden des FC Barcelona, dass wir, in all der Aufregung ganz vergessen.
Und damit nicht genug: das Kuriositätenkabinett kann aufwarten mit Lesbenhasserinnen, die zu Gott finden, mit – man glaubt es nicht – Schiedsrichtern mit gesundem Menschenverstand und mit Zlatan “Fuck You” Ibrahimovic.
Und auch das reicht noch nicht: Harry Redknapp und Antionio Cassano überstehen glimpflich ihre Herzattacken. Mindestens so bedenklich: der Umgang der Iraner Justiz mit fußballspielenden Hinterngrabschern. Weniger bedenklich, weil allzu bekannt: Sepp Blatter entledigt sich erneut aller Ideen von Transparenz.
Atemlos, aber doch zum Abschluss, versuchen wir dann noch zu klären, wie Piraten lachen; küren – mit Wonne – den Menschen des Monats Oktober; schauen zurück – mit Todesschaudern – auf die Entwicklungen in der Champions League und ihren Todesgruppen; und schauen voraus – mit großer Vorfreude – auf die Relegationsspiele für die letzten vier Plätze bei EM 2012.
Unser Orchester für so viel Action: Postal Service, Voltaire, Rage Against the Machine, Wu-Tang Clan und Jimi Hendrix.

Flatterball #44 — Verwirrung, Rassismus und der hektische Ball

Monday, October 31st, 2011

Zwei Rassisten im Duell? Oder bloß zwei missverstandene Giganten? Robin van Persie gegen John Terry im Duell der Woche.

Dreht sich der Ball in der Bundesliga oder in der Premier League am hektischsten um die eigene Achse? Die Redaktion überwindet (zeitweise) ihre Verwirrung und wägt die verfügbaren Argumente ab.
Für die Bundesliga spricht Felix Magaths Hoffnung auf das Champions League Finale 2014, der neue sieglose Hamburger Rückenwind, die Mischung aus hochklassigen und laaaangweiligen Spielen, die Dortmunder Chancenverwertung, Marco Reus’ Drang nach der Nationalmannschaft und der Drang des FC aus Köln hin zum gesicherten Mittelfeld.
Für die erste englische Liga hingegen sprechen die sich häufenden Rassismusvorwürfe gegen die Stars der Liga, die Überraschungsmannschaften aus Newcastle, Norwich und Swansea, Arsenals Rennaissance und natürlich Mario Balotteli, dem wir zum neuen Job als Botschafter für Feuersicherheit gratulieren.
Viel los? Das war noch nicht alles: Italien bleibt spannend. In Udine sprintet der Genetiv Richtung Champions League, der AC aus Milano drückt den AS aus Roma in die Krise und rückt mit großen Ibrahimovic-Schritten an die weiterhin ungeschlagene alte Dame aus Turino heran, die ihrerseits Internazionale (ebenfalls aus Milano) im Keller der Tabelle festsetzt. Magnifico!
Allein die Spanier mögen’s gewohnt, auch wenn Barca und Real sich bisweilen schwerer mit dem Rest der Liga tun, als es ihnen lieb wäre.
Bleibt noch Zeit genug, die Debatte um Stammelf vs. Rotation aufzugreifen, den Fall passives gegen aktives Abseits zu verhandeln und schließlich Franz Beckenbauer zur neuen alten Rolle als Kommentator von zweifelhafter Signifikanz zu gratulieren.
Musikalische Unterstützung für die Erörterung solch großer Themen erhalten wir von den Flaming Lips, Ernie (ohne Bert), der Bonzo Dog Doo-Dah Band, Gogol Bordello und Nouvelle Vague.