Posts Tagged ‘Mario Balotelli’

Flatterball #54 — Alles auf Anfang

Monday, January 23rd, 2012

Stellvertretend für Gladbach und Schalke: Europas größter Fanblock, so eng beisammen wie die Bundesligaspitze -- den Zuschauern (außerhalb von München) darf's recht sein.

Vollbracht! Die Bundesliga ist in die Rückrunde gestartet und die zur Hälfte kränklich näselnde Redaktion feiert diesen Umstand ausgiebig.
Himmelsstürme der Borussen aus Gladbach und Dortmund, tattrige Bayern mit Fehlpass-Neuer, zähe Schalker — ein Meisterschaftsrennen aller-allererster Güte schickt sich an. Alles auf Anfang hierzulande, an der Spitze der Tabelle, am Fuß der Tabelle, in der Mitte der Tabelle.
Und noch mehr großer Fußball: da sind die Spanier, die zumindest zur Häfte den fantastillionsten Clásico des Jahres feiern — die Redaktion feiert deswegen Pep Guardiola und Dagobert Duck. Und da sind ist der Großraum Manchester, der seine Überlegenheit über den Großraum London feiert — die Redaktion feiert deswegen den supersten aller Sonntage und bespricht, nach all den Eskapaden, den Liverpooler Weg und den englischen Sonderweg.
Schließlich gab es auch abseits des Platzes Bemerkenswertes zu registrieren. Zum großen alten Thema ‘Druck im Fußball’ sind diese Woche gleich drei Interviews erschienen, die nachdenklich machen — drei Karrieenden, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle auf die ewigen Mechanismen des großen alten Kreislauf Fußball verweisen. Da war das Interview von Sebastian Deisler in der 11Freunde; dann das von Marcus Urban, unseres Gastes vom Februar 2011, bei 1Live; und schließlich das von Dean Windass, Hull Citys Held, der nach seinem kürzlichen Karriereende gleich zweimal (und Gott sei Dank erfolglos) versucht hat, sich umzubringen und nun darüber gesprochen hat.
Viel zu besprechen, nicht zuletzt (Kommando: Scheuklappen auf!) eure Kekszuschriften, liebe Hörer. Musikalische Unterstüzung liefern David Bowie, The Raveonettes, Postal Service, The Beta Band und Outkast.

Flatterball #52 — Über Paukenschläge und gelassene Federn

Monday, January 9th, 2012

Hoffnungsträger für eine ausgeglichenere Bundesligaspitze (und für große Prophezeiungen der Redaktion) -- Marco "Paukenschlag" Reus

Nach unseren moralisch fast sattelfesten Ausflügen für die Rückblicke sind auch wir, Scheuklappe links, Scheuklappe rechts, in der Aktualität angekommen.
Die hiesige Rückrunde lässt noch zwei Wochen auf sich warten — trotzdem aber kann die Bundesliga mit dem Transfer von Marco Reus auf den ersten Paukenschlag des Jahres stolz sein. Ob Dortmund damit automatisch zum Serienmeister wird oder sich wieder in finanzielle Schwierigkeit bringt, ist genauso Thema wie der fortwährende englische Spitzenspielwinter, der so etwas wie Pause nicht kennt. Im britischen Regen mussten alle Spitzenmannschaften Federn lassen — echte Männer sind gefragt. Männer wie der rauchende Mario Balotelli, wie die reaktivierten Helden Scholes und Henry, Männer wie Sir Alex oder Harry “someone special” Redknapp.
Schließlich schauen wir auf die anderen (getätigten und beschworenen) Transfers der vergangenen Woche und auf die beiden anderen großen Liga, in denen der Ball seit diesem Wochenende ebenfalls wieder rollt: Nämlich Italien – in dem der andere Prinz, genannt Boateng, weiter sein Unwesen treibt – und Spanien – in dem Barca erneut Federn im Meisterschaftskampf lassen muss.
Musik machen Iggy Pop, Herbert Grönemeyer, Hagen Rether und David Bowie.

Flatterball #48 — Einmal Nachruf, zwei mal Ausblick, vielfach Anspannung

Tuesday, December 6th, 2011

Der unwahrscheinlichste, der vergessene Held des Weltfußballs: R.I.P. Dr. Sócrates, Mediziner, Trinker, Kapitän

Die Losglücksfee meint es nicht mehr gut mit der deutschen Nationalmannschaft — zwei Hammergruppen bei der EM, dazu eine Entscheidung im Fall England gegen Europa in Nyon und viele, viele Endspiele in der Gruppenphase der Champions League: große Entscheidungen, großes europäisches Programm kommt auf uns zu.
Auch im nationalen Spielbetrieb wächst die Anspannung: Spitzenspielspieltag in Deutschland mit zwei starken Borussias, einem schwachen Werder und Alleinikows zweifachem Elfmeterklau; Atempause für das angeschlagene Chelsea in England; peinliches Inter, starke alte Dame aus Turin; und natürlich Vorfreude (zumindest bei der halben Redaktion) auf den ersten Ligaclásico des Jahres.
Und dann gibt es ja noch den Menschen des Monats; der Wanderpokal verlässt die fähigen Hände Mario Balotellis, entzieht sich trotz großer Anstrengung Joey Barton und wandert, keine Überraschung hier, zum Schweizer Funktionärsseriensieger, Sepp “Rassismus existiert nicht” Blatter.
Einziger, aber heftiger Wehrmutstropfen im kurios-alltäglichen Fußballallerlei dieser Woche: der viel zu frühe Tod von Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira, oder einfach Sócrates, ehemaliger brasilianischer Nationalmannschaftskapitän, Diktaturgegner, Doktor der Medizin, Alkoholiker und Kettenraucher und mutig genug, seine politische Meinung offen zu vertreten (nicht wahr, Miro Klose).
Revolutionsmusik machen Bob Dylan, Regina Spektor, die Detroit Cobras, Jefferson Airplane, David Bowie und Emir Kusturica & The No Smoking Orchestra. Viel Vergnügen!

Flatterball #45 — Actionfilm mit Überlänge

Monday, November 7th, 2011

Danke, Fußball -- das dankbare Publikum bewundert eine Fußballwoche voller Action.

Was für eine Woche! Da ist ein Podcast mit Überlänge unvermeidlich.
Natürlich sprechen wir über den Rolls Reus aus Gladbach und die Super Marios aus München und Dortmund, über große Europa-League-Nächte mit Hannoveraner Beteiligung über bayrische Trotzigkeit gegen die Orakleien der Redaktion. Thema sind aber auch die fraglichen Renaissancen der Dortmunder und Bremer, der große Fußball, den uns die Duelle zwischen 96 und 04 und Mainz und Stuttgart beschert haben, die gelassene Härte des Huub sowie die Duelle Fiskus vs. Schiedsrichter und Ordnung vs. gewaltbereite Fans.
Und soviel nur zu Deutschland!
In England feiert der geadelte schottische Imperator, Sir Alex Ferguson, seine silberne Hochzeit mit dem Titan Manchester United. Wir schauen auf den großen, harten Hund aus Govan, loben Newcastle für die anhaltende Form, und springen weiter.
Und zwar nach Südeuropa, wo der der AC Milan die Abwehrreien der Serie A malträtiert, wo Cristiano Ronaldo und Messi zu neuen Torhöhenflügen ansetzen und La Liga mit Vollgas Richtung Normalität befördern — wäre da nicht der FC Valencia und das Unentschieden des FC Barcelona, dass wir, in all der Aufregung ganz vergessen.
Und damit nicht genug: das Kuriositätenkabinett kann aufwarten mit Lesbenhasserinnen, die zu Gott finden, mit – man glaubt es nicht – Schiedsrichtern mit gesundem Menschenverstand und mit Zlatan “Fuck You” Ibrahimovic.
Und auch das reicht noch nicht: Harry Redknapp und Antionio Cassano überstehen glimpflich ihre Herzattacken. Mindestens so bedenklich: der Umgang der Iraner Justiz mit fußballspielenden Hinterngrabschern. Weniger bedenklich, weil allzu bekannt: Sepp Blatter entledigt sich erneut aller Ideen von Transparenz.
Atemlos, aber doch zum Abschluss, versuchen wir dann noch zu klären, wie Piraten lachen; küren – mit Wonne – den Menschen des Monats Oktober; schauen zurück – mit Todesschaudern – auf die Entwicklungen in der Champions League und ihren Todesgruppen; und schauen voraus – mit großer Vorfreude – auf die Relegationsspiele für die letzten vier Plätze bei EM 2012.
Unser Orchester für so viel Action: Postal Service, Voltaire, Rage Against the Machine, Wu-Tang Clan und Jimi Hendrix.

Flatterball #44 — Verwirrung, Rassismus und der hektische Ball

Monday, October 31st, 2011

Zwei Rassisten im Duell? Oder bloß zwei missverstandene Giganten? Robin van Persie gegen John Terry im Duell der Woche.

Dreht sich der Ball in der Bundesliga oder in der Premier League am hektischsten um die eigene Achse? Die Redaktion überwindet (zeitweise) ihre Verwirrung und wägt die verfügbaren Argumente ab.
Für die Bundesliga spricht Felix Magaths Hoffnung auf das Champions League Finale 2014, der neue sieglose Hamburger Rückenwind, die Mischung aus hochklassigen und laaaangweiligen Spielen, die Dortmunder Chancenverwertung, Marco Reus’ Drang nach der Nationalmannschaft und der Drang des FC aus Köln hin zum gesicherten Mittelfeld.
Für die erste englische Liga hingegen sprechen die sich häufenden Rassismusvorwürfe gegen die Stars der Liga, die Überraschungsmannschaften aus Newcastle, Norwich und Swansea, Arsenals Rennaissance und natürlich Mario Balotteli, dem wir zum neuen Job als Botschafter für Feuersicherheit gratulieren.
Viel los? Das war noch nicht alles: Italien bleibt spannend. In Udine sprintet der Genetiv Richtung Champions League, der AC aus Milano drückt den AS aus Roma in die Krise und rückt mit großen Ibrahimovic-Schritten an die weiterhin ungeschlagene alte Dame aus Turino heran, die ihrerseits Internazionale (ebenfalls aus Milano) im Keller der Tabelle festsetzt. Magnifico!
Allein die Spanier mögen’s gewohnt, auch wenn Barca und Real sich bisweilen schwerer mit dem Rest der Liga tun, als es ihnen lieb wäre.
Bleibt noch Zeit genug, die Debatte um Stammelf vs. Rotation aufzugreifen, den Fall passives gegen aktives Abseits zu verhandeln und schließlich Franz Beckenbauer zur neuen alten Rolle als Kommentator von zweifelhafter Signifikanz zu gratulieren.
Musikalische Unterstützung für die Erörterung solch großer Themen erhalten wir von den Flaming Lips, Ernie (ohne Bert), der Bonzo Dog Doo-Dah Band, Gogol Bordello und Nouvelle Vague.

Flatterball #43 — Erdbeben

Monday, October 24th, 2011

'Why always me?' Weltklassespieler mit Weltklassegeste -- und, wie unsere Hörer bekunden, die coolste Sau des Monats

Ein seismisches Wochenende war es — und zuvorderst natürlich in England. Manchester City kündigt im Stadtduell bei United den Regimewechsel an, auf triumphale, auf erdbebenhafte Weise. Die britische Presse findet Worte wie “Massaker”, “Beschämung”, “Eroberung” — oder aber einfach Mario Balotelli, ein Spieler, der – wortwörtlich – brennt.
Die Dortmunder beenden währenddessen den Kölner Höhenflug und das eigene Leid und die Bayern beenden ihre Rekordjagd und bibbern vor der Todesgruppe. Die Bundesliga, befindet die Redaktion, ist auf dem besten Weg zum Wohlfühlchaos des letzten Jahres
In Italien reift derweile des Deutschen royaler Hasslieblings-Boateng zum lupenreinen Star. Wir bewundern den PRinz von Mailand, das Scoutingsystem von Udine(se) und den höchstüberraschenden neuen spanischen Tabellenführer mit Namen Levante.
Musikalische Untermalung von Aretha Franklin, Julie Driscoll, Brian Auger & The Trinity, Tom Waits, James Brown und Frank Zappa.

Flatterball #39 — Angekommen: Comebacks und Systeme, Kurioses und kleine Kinder

Monday, September 26th, 2011

"Der da hat se nicht mehr alle!" Kapitän Terry mit Fernando Torres, Jirji-Stainer-Fan und zum zweiten Mal in Folge Flatterballs Titelheld

Oh Fußballsaison, da bist du!
Wenn englische Wochen sich in den nationalen Ligen mit der Champions League abwechseln, dann weiß man, dass die Saison endlich angekommen ist, angekommen in ihrer ganzen chaotischen Pracht.
Angekommen in der Bundesliga ist auch der HSV, der sich unter Wendenfussel Cardoso ab jetzt Ü-Witze verbitten darf. Angekommen sind auch Solbakken und der Kölner Systemfußball sowie der Comebacker und Systemverweigerer Arjen Robben, der die bayuwarische Einträchtigkeit dribbelnd aufs Spiel setzen wird. Holger Stanislawski gibt sich derweilen pädagogisch und lässt seine kleinen Hoffenheimer mit der Herdplatte allein.
Weitergeht’s mit Owen Hargreaves, erneutem Comebacker und Verschöwrungstheoretiker gegen den Ärztestab von Manchester United. Und wieder weiter, mit Weltstarkreisklasseheld Torres, Fernando, der sich seinen Platz in der luftigen Höhe der Jirji-Stainer-Gedächtnisspiele erkämpft. Und während die zweifelhaften Ruhmestaten des ausgewanderten Spaniers nun schon auf YouTube millionenfach Nachahmer finden, gibt sich eine Reihe Daheimgebliebener beim Rütteln am Thron der ewigen Katalanen die Ehre. Die Rede ist von Valencia, die 90 Minuten lang den Aufstand proben, nur um sich danach der eigenen Unkonstanz geschlagen zu geben. Strahlende Sieger, natürlich: die Hattrickschützen Messi und Ronaldo.
Wer sonst noch wissen will, was Gladiatoren in Mailand so treiben, was die Dortmunder alles richtig machen und wie tödlich das Todesgruppentopspiel zwischen City und den Bayern am Dienstag wirklich wird, was Mario Balotelli mit der Mafia verbindet und warum am kommenden Wochenende Derbytime ist, warum in Zimbabwe gestohlene Busse zum Fußballpolitikum werden und was Liam Gallagher von den “tanzenden Pimmeln” seines geliebten Manchester City hält, der ist hier genau richtig.
Musik machen die Antennas, Emir Kusturica und sein No Smoking Orchestra, Oasis, die Bonzo Dog Doo-Dah Band, Modest Mouse und, aus gegebenem Anlass, gleich nochmal die Herren Gallagher und Band.

Episode #33 — Hättewärewenn

Monday, August 15th, 2011

Zurück in der Heimat -- Cesc Fabregas und das Ende einer dreijährigen Transfersaga

Zeit für das philosophische Prinzip des Fußballs, für die drei zentralen Worte des Weltsports: das Hättewärewenn und Anrollen der großen Ligen Europas. Beim FC Liverpool z.B steigt der Phönix aus der Asche auf, um kurz darauf wieder darin zu versinken. Auch bei den anderen Top Clubs in England regiert das Hadern — einzige Ausnahme: Manchester United, selbstverständlich. In Spanien steigt währenddessen der erste Clásico, der besonders für die überlegen Madrilenen eine ganze Reihe Fragen um den Humor der Fußballgötter zu bieten hatte.
Und das sind noch die harmlosen Hättes, Wäres und Wenns. In Köln wird direkt der Systemabsturz propagiert, und das, bevor ein System installiert gewesen wäre; in Dortmund wird gleich nach der verfrühten Meisterschaftsfeier von der kommenden Krise gemunkelt; und in London, in den Direktionszimmern des FC Arsenal, wird mit Cesc Fabregas der beste Spieler des Vereins in die Reihen der obszön übertalentierten Katalanen aus Barcelona entlassen.
Außerdem Kuriositäten: Mexiko macht sich gegen Klinsmann in die Hose, Joey Barton twittert und zitiert Nietzsche und der brasilianische Verband gibt sich brutal ehrlich.
Musikalisch zelebriert wird das Prinzip Lamentieren von den Goodies, den Kinks, Solomon Burke und den Ramones.

Flatterball #32 – Super Mario und der Ligastart

Tuesday, August 9th, 2011
Super Mario

Der Rest der Marios verblasst, der Rest der Fußballwelt staunt: Mario Götze in frühmeisterlicher Form

Ein Super Mario, es gibt nur ein Super Mario… Während Mario Gomez und die Bayern krebsender Weise den Saisonstart verbocken, feiern Mario Götze und seine Dortmunder ein frühmeisterliches Fußballfest gegen zahnlose Hamburger.
Anderswo verdient sich Jan Schlaudraff das Prädikat “Schlitzohr”, verdienen sich die Stuttgarter ihr neues Stadion, verdient Werder Bremen Marko Arnautovic (oder umgekehrt).
In all dem gewohnt unterhaltsamen bundesligadeutschen Chaos darf das Spiel des Wochenendes nicht untergehen: Manchester Uniteds furiose Aufholjagd gegen den bis auf Weiteres neureichen Stadtrivalen.
Und: der dritte Mario, Balotelli nämlich, dessen Sportwagen bisweilen nach Fisch stinkt; desweiteren mildes Interesse der Redaktion für den italienische Supercuppa; wiedeurm höchstes Interesse für den spanische Supercoppa und die ersten zwei Clásico; und natürlich ein Ausblick auf die höchstwahrscheinlich titanische englische Saison.
Und: ein kleines Special, eine Hommage an Ray Hudson, Fußballkommentator extraordinaire und so etwas wie ein emotionaler Aufsichtsratesvorsitzer von Flatterball.
Und: Musik! Von David Bowie. Viel Spaß.